Die KAGes optimiert ihre SpitalsflÀchen

Pressemitteilung

In den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Gesundheitsversorgung auch rĂ€umlich auf Wachstum ausgerichtet. Im Sinne der Nachhaltigkeit stabilisiert die KAGes diese Entwicklung ab sofort, denn kleinere FlĂ€chen verbrauchen weniger Ressourcen. Bis zum Jahr 2030 sollen die aktiv selbst genutzten FlĂ€chen durch Vermietung und Stilllegung auf ein Niveau von einer Million Quadratmetern NettogeschoßflĂ€che gebracht werden.

Bild der neu gebauten UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Radiologie am LKH-Univ. Klinikum Graz
Die neue UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Radiologie am LKH-Univ. Klinikum Graz wurde vor Kurzem eröffnet | © Markus Kaiser

Digital vor ambulant vor stationĂ€r, so lautet der Grundsatz der modernen Gesundheitsversorgung. Wo die ambulante Behandlung an Bedeutung gewinnt und die stationĂ€re seltener und kĂŒrzer wird, verĂ€ndert sich gleichzeitig der FlĂ€chenbedarf in den KrankenhĂ€usern. Unter BerĂŒcksichtigung dieser Entwicklung optimiert die SteiermĂ€rkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. nun ihre Bauten.

In den vergangenen 20 Jahren sind die FlĂ€chen der KAGes pro Jahr jeweils um rund 10.700 m2 NettogeschoßflĂ€che angewachsen. Das entspricht einem jĂ€hrlichen Zuwachs von in etwa der Dimension des LKH Weiz. Die SpitĂ€ler befinden sich aktuell jedoch im Wandel. Durch vorausschauende Planung und Effizienzsteigerung lassen sich vorhandene FlĂ€chen besser nutzen, zudem mĂŒssen weniger neue gebaut werden. 

„Kleinere FlĂ€chen verbrauchen laufend weniger Ressourcen, beanspruchen weniger BodenflĂ€che und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeit“, betont Mag. DDr. Ulf Drabek, MSc MBA, Vorstand fĂŒr Finanzen und Technik in der KAGes. „Der geringere FlĂ€chenbedarf resultiert auch aus dem medizinischen Fortschritt, der zunehmend ambulante und tagesklinischen Behandlungen ermöglicht und erst an letzter Stelle stationĂ€re Aufenthalte erfordert“, erklĂ€rt KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Ing. Dr. Dr. h. c. Gerhard Stark.

 

Stellschraube Betriebsorganisation

Portraitbild von Ulf Drabek, KAGes-Vorstand fĂŒr Finanzen und Technik
Vorstand fĂŒr Finanzen und Technik Mag. DDr. Ulf Drabek, MSc MBA | © christianjungwirth.com

Inklusive bereits beschlossener und aktuell in Betrieb gehender Projekte wĂŒrden die NettogeschoßflĂ€chen der KAGes bis zum Jahr 2030 ohne entsprechende Gegenmaßnahmen auf rund 1.079.000 Quadratmeter steigen. FĂŒr diesen Zeitpunkt hat sich die KAGes allerdings bereits zum Ziel gesetzt, die selbst aktiv genutzte FlĂ€che auf dem Niveau von etwa einer Million Quadratmetern zu stabilisieren. Diese angestrebte Entwicklung soll sich einerseits aus der (teilweise schon erfolgten) Vermietung von FlĂ€chen und andererseits aus der Stilllegung von GebĂ€ude(teile)n ergeben. Ein Beispiel dafĂŒr ist die nicht mehr benötigte Station am LKH-Standort Bad Aussee, fĂŒr die sich bereits ein Gesundheitsdiensteanbieter interessiert. Damit rĂŒcken Kooperationspartner auch rĂ€umlich nĂ€her an die KAGes heran. Neue GebĂ€ude(teile) werden in Hinkunft vorwiegend dann errichtet, wenn der Bestandsbau aus wirtschaftlichen oder funktionellen GrĂŒnden nicht saniert werden kann und abgebrochen werden muss.

Die bestehenden HĂ€user sollen dafĂŒr noch effizienter genutzt werden: „Die stĂ€rkste Stellschraube zur Effizienzsteigerung ist die Betriebsorganisation: Betriebszeiten-Erweiterungen in Ambulanzen, in OperationssĂ€len und bei der Nutzung von GroßgerĂ€ten, flexible Bespielung von RĂ€umen und Time Sharing bei Dienstzimmern“, erlĂ€utert Drabek.

 

Umsetzung der FlÀchennutzungsstrategie

Auch laufende (Um-)Bauprojekte werden im Sinne einer besseren Ressourcennutzung sowie in Richtung Nachhaltigkeit neu ĂŒberdacht. Dahingehend wird beim Kinderzentrum des LKH-Univ.Klinikum Graz vor dem Hintergrund geĂ€nderter Rahmenbedingungen (z.B. GeburtenrĂŒckgang, etc.) der Neu- und Umbau entsprechend zukunftsfit ausgerichtet.

„SelbstverstĂ€ndlich wird es ein neues, modernes Kinderzentrum geben – und damit eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Kinder. Mit dem geplanten Neu- und Umbau schaffen wir nicht nur zeitgemĂ€ĂŸe Strukturen, sondern wollen vor allem die bestmögliche Versorgung fĂŒr unsere jungen Patientinnen und Patienten sicherstellen. Gleichzeitig schaffen wir damit auch fĂŒr unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein modernes und zeitgemĂ€ĂŸes Arbeitsumfeld, das sie bei ihrer tĂ€glichen Arbeit bestmöglich unterstĂŒtzt“, betont KAGes-Vorstandsdirektor Drabek. „Denn gute Rahmenbedingungen sind eine wichtige Voraussetzung dafĂŒr, dass unsere Teams ihre hervorragende Arbeit auch in Zukunft leisten können. So soll unter anderem der Ambulanzbereich neu errichtet werden, um AblĂ€ufe zu verbessern und den Aufenthalt fĂŒr Kinder und ihre Familien angenehmer zu gestalten. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung fĂŒr kommende Generationen und gehen deshalb nachhaltig und sorgsam mit unseren Ressourcen um. Die Modernisierung des Kinderzentrums hat fĂŒr uns höchste PrioritĂ€t und wird mit Nachdruck vorangetrieben.“

 

Bestehende Strukturen besser nutzen – NotfĂ€lle haben immer Vorrang

Ambulanzbereiche können durch zeitversetzte Öffnungszeiten der einzelnen Spezialambulanzen stĂ€rker genutzt werden, UntersuchungsrĂ€ume werden so ausgestattet, dass sie interdisziplinĂ€r eingesetzt werden können. Generell unterstĂŒtzt eine ĂŒbersichtliche Spitalsstruktur mit klaren Hauptverkehrsachsen die optimale Verwendung von FlĂ€chen, wovon sowohl Patient*innen als auch Mitarbeiter*innen profitieren.

Medizinische Anforderungen haben selbstverstĂ€ndlich weiterhin PrioritĂ€t: Wo NotfĂ€lle versorgt werden, mĂŒssen KapazitĂ€ten freigehalten werden; Akutpatient*innen lassen sich nicht in einer vorgegebenen Durchschnittszeit operieren oder behandeln. Aus diesem Grund trennt die KAGes bereits seit einigen Jahren ihre Versorgungseinheiten fĂŒr geplante FĂ€lle von den ungeplanten. So kann sie zumindest bei geplanten Eingriffen fĂŒr eine gleich­mĂ€ĂŸige Auslastung sorgen. Verbesserte Bestell- und Anmeldesysteme sollen kĂŒnftig ebenfalls ein konstantes Patientenaufkommen und dadurch kĂŒrzere Wartezeiten sicherstellen. Sie können außerdem dazu fĂŒhren, dass kleinere Wartezonen ausreichend Platz bieten. 

 

Daten und Fakten

  • Der Betrieb sĂ€mtlicher KAGes-GebĂ€ude verursacht jĂ€hrlich rund 23.000 Tonnen CO2. Das Stabilisieren der genutzten FlĂ€chen wird einen wesentlichen Beitrag zur angestrebten KlimaneutralitĂ€t und somit zum Umweltschutz leisten.

  • Ab dem Jahr 2030 sollen die aktiv selbst genutzten FlĂ€chen der KAGes mit 1.000.000 m2 konstant bleiben. Wenn zugebaut werden muss, ist die FlĂ€che andernorts einzusparen.

  • Die Einsparung der selbst aktiv genutzten FlĂ€che wird durch Betriebszeiten-Erweiterungen in Ambulanzen, in OperationssĂ€len und bei der Nutzung von GroßgerĂ€ten sowie durch flexible Bespielung von RĂ€umen und Time Sharing bei Dienstzimmern unterstĂŒtzt.

  • Die KAGes verfĂŒgt durchwegs ĂŒber FlĂ€chen in attraktiver, verkehrstechnisch gut erreichbarer Lage. Gelingt es, FlĂ€chen an andere Gesundheitsdienstleister zu vermieten, ergeben sich daraus nicht nur finanzielle Vorteile, sondern auch Synergieeffekte.

  • SĂ€mtliche großen Bauprojekte der KAGes werden vom Landesrechnungshof geprĂŒft. Der FlĂ€chenverbrauch wurde bisher stets als angemessen angesehen. Die zusĂ€tzlichen BemĂŒhungen der KAGes um effizienten FlĂ€cheneinsatz sind daher ein Beitrag zur Ressourcenschonung im Sinne der Nachhaltigkeit.

 

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