Einzigartig in der Steiermark: Parkinson Nurse unterstützt Betroffene am Uniklinikum Graz
Morbus Parkinson zählt – auch mehr als 200 Jahre nach seiner ersten wissenschaftlichen Beschreibung – zu den bislang unheilbaren neurodegenerativen Erkrankungen. Zudem steigt weltweit die Zahl an Neuerkrankungen. Das Uniklinikum Graz setzt in der Parkinson-Ambulanz, die Teil der Spezialambulanz für Bewegungsstörungen ist, auf moderne Therapien, interdisziplinäre Betreuung – und eine Besonderheit: die einzige Parkinson Nurse der Steiermark. Sie ist für Parkinson-Patient*innen eine wichtige Stütze.
Die Spezialisierung in der Parkinson-Pflege ist noch jung: Eine eigene Ausbildung gibt es in Österreich erst seit 2020. Elisabeth Sokol war eine der ersten, die sie absolviert hat. „Mich hat eine Patientin besonders beeindruckt, die in einem Moment pflegebedürftig war und im nächsten, als die Medikamente wirkten, wieder völlig selbstständig. Dieses sogenannte On-Off-Phänomen hat mein Interesse für Parkinson geweckt“, erzählt Sokol, die ihre Rolle als Advanced Practice Nurse für Parkinson & Bewegungsstörungen am Uniklinikum Graz nun seit rund fünf Jahren ausführt.
„Parkinson ist eine sehr vielschichtige Erkrankung, die weit über die sichtbaren Bewegungsstörungen hinausgeht und einen sehr individuellen Verlauf hat“, erklärt Neurologin Petra Schwingenschuh, Leiterin der Ambulanz für Bewegungsstörungen am Uniklinikum Graz, von der die Parkinson-Ambulanz ein Teil ist. Gerade deshalb ist die spezialisierte Pflege ein wichtiger Bestandteil der Betreuung von Parkinsonpatient*innen am Uniklinikum Graz. Mit der Parkinson Nurse Elisabeth Sokol steht eine zentrale Ansprechpartnerin für Patient*innen und Angehörige zur Verfügung – derzeit die einzige in der Steiermark. „Als Parkinson Nurse bin ich Dreh- und Angelpunkt für alle Beteiligten: Patient*innen, Angehörige und alle beteiligten medizinischen
Berufsgruppen“, beschreibt Elisabeth Sokol ihre Rolle. Die spezialisierte Pflege geht dabei weit über die klassische Betreuung hinaus. Betroffene stehen vor vielen Herausforderungen, die in ihrem Umfeld oft missverstanden werden. „Dadurch haben Parkinson-Patient*innen viele Ängste, wenn der Alltag oder Hobbys nicht mehr wie gewohnt zu bewältigen sind. Es kann auch Menschen betreffen, die mitten im Berufsleben stehen. Wir können ihr Sicherheitsgefühl deutlich stärken – auch, weil wir verlässliche und regelmäßig erreichbare Ansprechpersonen sind“, erklärt Elisabeth Sokol. Am Uniklinikum Graz bietet sie eine wöchentliche Sprechstunde für Betroffene bzw. Angehörige an. In den Gesprächen geht es auch darum, einen offenen Umgang mit der Erkrankung zu fördern: „Parkinson ist keine Krankheit, für die man sich schämen muss. Offen darüber zu sprechen, kann für viele Betroffene eine spürbare Entlastung bedeuten“, betont Sokol.
Parkinson Nurse als emotionale Stütze
Im Fokus stehen Kontinuität in der Betreuung, individuelle Begleitung und umfassende Wissensvermittlung für Menschen mit Morbus Parkinson. Ziel ist es, Patient*innen zu einer aktiven Rolle im Umgang mit ihrer Erkrankung zu befähigen: „Bei der Betreuung geht es stark darum, die Betroffenen zu ermutigen und zu unterstützen, ihre Erkrankung sozusagen aktiv mitzugestalten.“
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Beratung und Schulung – sowohl für Patient*innen als auch für medizinisches Fachpersonal. Die Themen reichen von nicht-motorischen Beschwerden wie Verdauungsproblemen oder Blasenfunktionsstörungen bis hin zu Fragen rund um Demenz, Rehabilitation oder unterstützende Angebote im Alltag. „Ich kläre auf, berate individuell und schule auch im Umgang mit gerätegestützten Therapien. Außerdem erstelle ich Informationsmaterialien auf Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse für Betroffene und Angehörige“, so Sokol.
Die Parkinson-Ambulanz am Uniklinikum Graz ist Teil der Spezialambulanz für Bewegungsstörungen an der Universitätsklinik für Neurologie und wird von Petra Schwingenschuh geleitet. Die Ambulanz ist Anlaufstelle bei unklaren Diagnosen, komplexe Verläufen und Ansprechpartner für Patient*innen, für die eine gerätegestützte Therapie infrage kommt. Für einen Besuch auf der Ambulanz ist eine fachärztliche Überweisung notwendig. Pro Jahr verzeichnet die Spezialambulanz knapp 2.000 Besuche. Die Parkinson Nurse Elisabeth Sokol hatte im Jahr 2025 153 Besuche in ihrer wöchentlichen Pflegesprechstunde.
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