Wenn FeingefĂŒhl RĂ€ume prĂ€gt: Neugestaltete Onkologie-Ambulanz setzt ein Zeichen fĂŒr ganzheitliche Betreuung von Menschen mit einer Krebserkrankung
Gestern wurde die neugestaltete Ambulanz der Klinischen Abteilung fĂŒr Onkologie am LKH-Univ. Klinikum Graz offiziell ihrer Bestimmung ĂŒbergeben. Die Initiative dazu geht auf die Krebspatientin und Innenarchitektin Simone Kovac (â ) zurĂŒck, die ihre persönlichen Erfahrungen in ein Gestaltungskonzept fĂŒr Menschen einflieĂen lieĂ, die oft ĂŒber Monate oder Jahre zur Behandlung kommen.
Die Innenarchitektin Simone Kovac wusste aus persönlicher Erfahrung, wie belastend lange Wartezeiten, Therapien und Untersuchungen und die damit verbundenen Ăngste sein können. Mit ihrem Gestaltungskonzept wollte sie einen Ort schaffen, der Ruhe vermittelt, Empathie spĂŒrbar macht und mehr bietet als reine FunktionalitĂ€t.
Möglich wurde das Projekt durch den Verein fĂŒr Krebskranke mit UnterstĂŒtzung zahlreicher Sponsor*innen sowie vieler privater Spenderinnen und Spender. Nach der Zustimmung des Direktoriums des LKH-Univ. Klinikums Graz erfolgte die Umgestaltung bei laufendem Ambulanzbetrieb. Die Versorgung der Patientinnen und Patienten blieb wĂ€hrend der gesamten Umbauphase uneingeschrĂ€nkt aufrecht.
âMedizinische Spitzenversorgung umfasst mehr als Diagnostik und Therapie. Gerade in der Onkologie ist es wichtig, Patientinnen und Patienten in einer Umgebung zu begleiten, die Sicherheit, Zuversicht und Menschlichkeit vermittelt. Dass die Neugestaltung der Ambulanz wĂ€hrend des laufenden Betriebs umgesetzt werden konnte, ist dem groĂen Engagement aller Beteiligten zu verdanken. Ich freue mich ĂŒber dieses wichtige und schöne Projektâ, sagt Bernd Leinich, Betriebsdirektor des LKH-Univ. Klinikum Graz.
Warum RĂ€ume heute bewusst anders gestaltet werden
Rund 27.000 Patient*innenkontakte werden jedes Jahr in der onkologischen Bestellambulanz verzeichnet. Sechs Untersuchungs- und BeratungsrĂ€ume sowie mehr als zehn TherapieplĂ€tze stehen fĂŒr Diagnostik, Beratung und ambulante Krebstherapien zur VerfĂŒgung. FĂŒr viele Betroffene ist die Ambulanz ĂŒber Monate oder sogar Jahre ein regelmĂ€Ăiger Anlaufpunkt.
KrankenhĂ€user werden heute nicht mehr ausschlieĂlich nach funktionalen Gesichtspunkten geplant. Zunehmend flieĂt auch die Erkenntnis ein, dass RĂ€ume das Wohlbefinden, die Orientierung und das Sicherheitsempfinden von Patientinnen und Patienten beeinflussen können.
Architektur mit Wirkung
âUnsere Idee war es, einen Ort zu schaffen, der die Anspannung unserer Patientinnen und Patienten in der Wartezeit reduziert. Sie und ihre Angehörigen sind mit vielen Stressfaktoren konfrontiert und da kann eine wohltuende rĂ€umliche Umgebung in der Klinik ein bedeutendes Puzzleteilchen sein: Sicherheit zu vermitteln, Orientierung zu geben und dabei zu helfen, eine belastende Situation besser zu bewĂ€ltigenâ, erklĂ€rt Elisabeth Andritsch, Klinische Psychologin und Obfrau-Stellvertreterin des Vereins fĂŒr Krebskranke.
Internationale Studien zeigen, dass Licht, Farben, natĂŒrliche Materialien und eine wohnliche AtmosphĂ€re das Wohlbefinden fördern und Stress reduzieren können. Auch am LKH-Univ. Klinikum Graz beschĂ€ftigt man sich seit vielen Jahren mit der Frage, welchen Beitrag die Gestaltung von BehandlungsrĂ€umen zur ganzheitlichen Betreuung leisten kann.
Bereits die von Friedensreich Hundertwasser gestaltete onkologische Station machte das LKH-Univ. Klinikum Graz europaweit als Vorreiter einer patient*innenorientierten Krankenhausgestaltung bekannt. Die Idee dahinter war, Architektur bewusst als Teil einer ganzheitlichen Betreuung zu verstehen. Die neugestaltete Ambulanz knĂŒpft an diesen Gedanken an und fĂŒhrt ihn zeitgemÀà weiter.
Wissenschaftlich begleitet
Begleitet wird das Projekt von einer wissenschaftlichen Untersuchung. Sie soll zeigen, wie Patientinnen und Patienten die neuen RÀumlichkeiten wahrnehmen und welchen Einfluss die Gestaltung auf ihr Wohlbefinden wÀhrend des Ambulanzaufenthalts hat.
âMedizinische Innovationen und moderne Therapien sind wesentliche Bestandteile der Onkologie. Ebenso wichtig ist aber die Frage, wie wir Menschen wĂ€hrend ihrer Behandlung begleiten. Die neugestaltete Ambulanz ist Ausdruck unseres Anspruchs, beides miteinander zu verbindenâ, sagt Univ.-Prof. Dr. Philipp Jost, Leiter der Klinischen Abteilung fĂŒr Onkologie und der UniversitĂ€ren Palliativmedizinischen Einrichtung.
Mit der neugestalteten Ambulanz ist ein Ort entstanden, der fĂŒr ein VerstĂ€ndnis von Krebsmedizin, das medizinische Kompetenz und menschliche Zuwendung zusammendenkt, steht. Er zeigt symbolisch, dass FeingefĂŒhl nicht nur den Umgang mit Menschen prĂ€gen kann, sondern auch RĂ€ume in eine wohltuende AtmosphĂ€re umgestaltet. âFarbe einzusetzen hat nichts mit Mut zu tun, sondern mit Haltung.â (Simone Kovac)
In der onkologischen Bestellambulanz werden jĂ€hrlich rund 27.000 Patient*innenkontakte verzeichnet. FĂŒr Diagnostik, Beratung und ambulante Krebstherapien stehen sieben Untersuchungs- und BeratungsrĂ€ume sowie mehr als zehn TherapieplĂ€tze zur VerfĂŒgung.
Im Mittelpunkt steht eine ganzheitliche Betreuung vor, wĂ€hrend und nach einer Krebserkrankung. Ărztinnen und Ărzte, Pflege, Psychoonkologie, DiĂ€tologie, Physiotherapie, Sozialarbeit und weitere Berufsgruppen arbeiten dabei in einem multiprofessionellen Team eng zusammen.
ErgĂ€nzend bietet die onkologische Pflegeberatung eine kontinuierliche Begleitung wĂ€hrend des gesamten Behandlungsverlaufs. Sie unterstĂŒtzt Patientinnen und Patienten mit pflegerischen Informationen und individuellen Empfehlungen fĂŒr den Umgang mit der Erkrankung, der Therapie und möglichen Nebenwirkungen und trĂ€gt dazu bei, Sicherheit und SelbststĂ€ndigkeit im Alltag zu stĂ€rken.
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Pressestelle des LKH-Univ. Klinikum Graz
Mag. Simone Pfandl-Pichler
Auenbruggerplatz 1, 8036 Graz
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