Alarmstufe Rot im ZAM: vier Mal âCode Redâ an einem Tag
Innerhalb von nur 24 Stunden wurde vergangenen Samstag (25. Juli 2026) im Zentrum fĂŒr Akutmedizin (ZAM) des Uniklinikum Graz vier Mal der Alarm âCode Redâ ausgelöst. So oft wie noch nie, berichtet das erfahrene interdisziplinĂ€re Team der zentralen Notaufnahme. Diese Alarmstufe bedeutet, dass Patient*innen nach schweren Verletzungen mit lebensbedrohlichen Blutungen in die Notaufnahme gebracht werden. Dann greift ein klar definierter Plan, das Schockraumteam wird doppelt besetzt und noch vor Eintreffen der*des Patient*in muss alles penibel vorbereitet sein. Wie auch vergangenen Samstag. Das Fazit des Teams: Alles ist professionell und effizient abgelaufen. Dennoch appelliert man zu mehr Vorsicht im StraĂenverkehr, denn VerkehrsunfĂ€lle zĂ€hlen zu den hĂ€ufigsten GrĂŒnden fĂŒr einen âCode Redâ. Und jeder davon ist einer zu viel.
Vier schwerste Polytraumta wurden dem Team des ZAM vergangenen Samstag von den RettungskrĂ€ften als âCode Redâ avisiert: Eine derart hohe Frequenz dieser Alarmstufe ist selbst fĂŒr das erfahrene Notfallteam des Uniklinikum Graz eine absolute Ausnahme. Daher befand sich das Team bereits ab 7.45 Uhr nahezu durchgehend im Schockraum, um die Patient*innen erstzuversorgen. Trotz der Ausnahmesituation lief alles strukturiert und ruhig ab.
Ein âCode Redâ wird von*m der*dem NotĂ€rztin*arzt am Unfallort ausgelöst, wenn schwerstverletzte Personen mit lebensbedrohlichen Blutungen identifiziert und an ein ĂŒberregionales Traumazentrum gebracht werden mĂŒssen. Das Uniklinikum Graz mit seinem ZAM ist ein solches. Daher war die minutiöse Vorbereitung auf die Verletzten bereits vor deren Eintreffen abgeschlossen. âEs muss alles bereitstehen, bevor die TĂŒr aufgeht. Dabei arbeitet jedes Fachgebiet seine Checklisten ab und es ist gewĂ€hrleistet, dass nichts fehltâ, beschreibt Marijana Misic, die zustĂ€ndige Schockraum-DGKP an diesem Tag.
Doppelbesetzung des Schockraumteams
Im Code-Red-Einsatz ist das interdisziplinĂ€re Schockraumteam immer doppelt besetzt. Es stehen somit zwei diplomierte Pflegepersonen, zwei Ărzt*innen aus der OrthopĂ€die und Traumatologie sowie zwei weitere aus dem Bereich AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin, zudem je zwei Personen aus der AnĂ€sthesie-Pflege zur VerfĂŒgung. ZusĂ€tzlich wird ein Operationssaal mit dem gesamten Team bereitgestellt und alles fĂŒr eine Notfalloperation vorbereitetâ, erklĂ€rt Dr. Silvia Zötsch, OberĂ€rztin der Univ.-Klinik fĂŒr OrthopĂ€die und Traumatologie, die am Samstag die Funktion der Traumaleaderin bekleidete und somit fĂŒr die Gesamtkoordination des auĂergewöhnlichen Tages verantwortlich war. AuĂerdem seien die Kolleg*innen der Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz vor Ort gewesen, die zum einen das Schockraumteam nach KrĂ€ften unterstĂŒtzt hĂ€tten, zum anderen aber auch gemeinsam mit den ZAM-Kolleg*innen in der Ambulanz dafĂŒr gesorgt hĂ€tten, dass die Patient*innenversorgung dort ebenfalls reibungslos weitergelaufen wĂ€re. Auch das ist sehr gut gelungen. Einige der leicht verletzteren Patient*innen mussten zwar etwas lĂ€nger warten, zeigten aber viel VerstĂ€ndnis fĂŒr die Ausnahmesituation und wurden letztlich ebenfalls gut versorgt. Vergangenen Samstag suchten ĂŒbrigens insgesamt 267 Patient*innen das ZAM auf.
Des Weiteren ergeht der Code Red an die Blutbank der Univ.-Klinik fĂŒr Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin, die dann innerhalb kĂŒrzester Zeit groĂe Mengen an Blutprodukten bereitstellt. âAm Samstag haben wir weit mehr als 50 Blutkonserven benötigt. Die Blutprodukte werden in Boxen angeliefert, die je zehn Blut-, zehn Plasma- und drei Thrombozytenkonserven beinhalten. Da wir ja nicht wissen, welche Blutgruppe die*der Verletzte hat, stellen uns die Kolleg*innen vorrangig 0-positives Blut zur VerfĂŒgung, da diese Blutgruppe als Universalspender eingesetzt werden kannâ, ergĂ€nzt Dr. Barbara Hallmann AnĂ€sthesistin im Schockraumteam von der Univ.-Klinik fĂŒr AnĂ€sthesiologie und Intensivmedizin. Sie nutzt an der Stelle auch die Gelegenheit, um daran zu erinnern, wie wichtig es ist, Blut zu spenden. âJede Spende hilft die Versorgung von Schwerverletzten in Ausnahmesituationen sicherzustellenâ, sagt die Ărztin.
FĂŒr sie und das gesamte Team zeigte dieser herausfordernde Samstag einmal mehr, was ihre Arbeit im ZAM und damit in einem ĂŒberregionalen Traumazentrum ausmacht: Jede*r Einzelne wĂ€chst an so einem Tag ĂŒber sich hinaus und trĂ€gt ihren*seinen Teil dazu bei, dass jede*r Patient*in bestmöglich (erst)versorgt werden kann. Allerdings werde an so einem Tag auch einmal mehr deutlich, welche dramatischen Folgen ein einziger Moment der Unachtsamkeit im StraĂenverkehr haben kann und man appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer*innen, besonders achtsam unterwegs zu sein, denn jeder Unfall ist einer zu viel!
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